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Archive for the ‘Allgemeines’ Category

Las Vegas Odds erklärt

April 17th, 2017 No comments

Die Amerikaner machen Dinge ja gern anders. Das gilt für Temperaturen (Fahrenheit vs. Celsius), Längenmaße (Meile vs. Kilometer), Spritverbrauch (m/g vs. l/100km) aber auch Wett-Quoten.

Während deutsche Anbieter wie bspw. Bwin Quoten schlicht als Multiplikator angeben (bspw. 1,5 — 100 Euro Einsatz ergeben 150 Euro Auszahlung) sind in den USA die “Las Vegas Odds” verbreitet, die nach einem anderen Konzept funktionieren.

Basis für deren Berechnung ist immer ein Betrag von $100 (oder jede andere Währung).
Sind die Odds negativ (bspw. -500), so muss man $500 einsetzen, um $100 zu gewinnen bzw. man erhält bei Gewinn eine Auszahlung von $600 (Einsatz + Gewinn).
Sind die Odds hingegen positiv (bspw. +300), so gewinnt man $300 Dollar bei $100 Einsatz, was eine Auszahlung von $400 ergibt (Einsatz + Gewinn).

Während deutsche Quoten also von 1,01 zu 1 (bspw. Deutschland gewinnt gegen San Marino) bis stellenweise 5000 zu 1 (San Marino gewinnt die Fussball-WM 2018) gehen, gehen die Las Vegas Odds (zumindest theoretisch) von -10000 (entspricht 1,01 zu 1) bis 499.900 (entspricht 5000 zu 1). Die Skala hat dabei eine Lücke zwischen -99 und +99, die keinen Sinn ergeben, da der Gewinn kleiner als der Einsatz wäre. -100 und +100 sind beide equivalent für 2 zu 1.

Wenn ihr ein bisschen mit den verschiedenen Odds spielen wollt, gibt es bei OddsShark einen guten Rechner: http://www.oddsshark.com/tools/odds-calculator

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Amazon Prime Music gegen Spotify

November 25th, 2015 No comments

Ich spiele schon eine Weile mit dem Gedanken, mein Spotify-Abo zu kündigen. Spotify ist nicht schlecht, aber ich nutze es schlicht zu wenig, als das es die 10 Euro pro Monat wirklich wert wäre. Nachdem Amazon Prime Music nun in Deutschland gestartet ist habe ich den Test gemacht, ob es Spotify für mich ersetzen kann.

Das Ergebnis: eher nicht.

Auf meiner Spotify Favoriten Liste habe ich derzeit 354 Songs. Davon konnte ich 199 bei Amazon finden, 155 fehlen also. Eine Quote von mageren 56% ist schon irgendwie enttäuschend. Besonders fällt auf, das einige Künstler derzeit scheinbar gar nicht vertreten sind (einzelne Titel ausgenommen). Dazu gehören Madonna, Michael Jackson, Dr. Dre, Notorious B.I.G., Moby und die Rolling Stones.

Als Dreingabe zu Amazon Prime ist Amazon Prime Music nicht verkehrt, als Ersatz für Spotify & Co taugt es allerdings (noch) nicht.

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Nameserver und Schnapszahlen

March 1st, 2011 No comments

Es ist ja nun schon eine Weile her, das Google mit seinem DNS-Dienst an den Start gegangen ist. Mit 8.8.8.8 und 8.8.4.4 hat sich Google dafür zwei einprägsame IP-Adressen ausgesucht, die die meisten Administratoren vermutlich bereits auswendig kennen.

Heute stellte sich mir dann folgende Frage: Gibt es vielleicht noch andere Server unter ähnlich interessanten Adressen?

Eine einfache for-Schleife lieferte die Antwort: Ja.

for I in `seq 1 223`; do echo -en "$I.$I.$I.$I\t\t"; dig +short +time=1 @$I.$I.$I.$I www.steve-meier.de 2>/dev/null; echo; done

Richtig geantwortet haben: 99.99.99.99, 112.112.112.112, 117.117.117.117, 157.157.157.157

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Da haben wir den Eti-Salat

August 14th, 2010 No comments

Nachdem Saudi-Arabien erst kürzlich in den Nachrichten war, weil sie gerne die Blackberrys im Land überwachen wollen (und das nun auch kriegen) bin ich durch den offenen Brief der EFF an Verizon erst auf das wirkliche Problem aufmerksam geworden.

Die Firma CyberTrust (mittlerweile von Verizon aufgekauft) hat im Dezember 2005 eine sogenannte Sub-CA für Etisalat, den staatlichen Telekomkonzern in Saudi-Arabien erstellt. Das klingt unspektakulär, bis man mal genauer über die damit verbundenen Möglichkeiten nachdenkt. Da die CyberTrust CA in so ziemlich jedem Browser “eingebaut” ist “erbt” die Etisalat-Sub-CA damit das Vertrauen. Der Browser erkennt also Zertifikate von Etisalat als gültig an. Selbstverständlich ist genau das der Sinn einer Sub-CA, aber hier liegt auch die Gefahr. So könnte Etisalat für beliebige Webseiten Zertifikate erstellen (z.B. Banking, regierungskritische Organisationen, usw.) und der unbedarfte Nutzer würde nicht einmal merken, das er nicht mit dem richtigen Server verbunden ist. Etisalat könnte sich, ohne großen Aufwand, in die SSL-Verbindung einklinken und alle sensiblen Daten im Klartext mitlesen. Eine ziemlich unangenehme Vorstellung, besonders wenn man weiß, das die Saudis es mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen und bei Oppositionellen erst recht nicht.

etisalat_ca

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GoDaddy, OCSP und Opera

July 2nd, 2009 No comments

Heute war es mal wieder soweit: Die Erneuerung eines SSL-Zertifikats stand an. Anstatt auf den vorherigen Anbieter Thawte zu setzen, der nicht schlecht, aber dafür extra teuer ist, griff ich also auf ein unglaublich günstiges Zertifikat von GoDaddy.com zurück.

In Sachen Browsererkennung, Verschlüsselungsstärke, etc. nehmen sich die beiden kaum etwas, so das das neue Zertifikat nach der Installation in Apache problemlos mit Firefox, Safari und Camino zusammenarbeitete. Der Test mit Opera (9.64) schlug jedoch fehl und zeigte statt des mit einem Schloss hinterlegten Domainnamens nur ein graues Fragezeichen. Was war passiert ?

GoDaddy bietet für seine Zertifikate einen OCSP-Service (Online Certificate Status Protocol) an, mit dem sie Zertfikate quasi binnen Sekunden widerrufen können, sollte ein Missbrauch festgestellt werden. Das ist eigentlich eine recht simple Weiterentwicklung der CRL (Certificate Revocation List), die es schon seit langem gibt, die aber nicht realtime-fähig war. Anscheinend muss man nun neue Zertfikate, wie einen guten Schinken, erst einmal 1-2 Stunden reifen lassen, bevor man sie auf das Netz loslässt. Erst dann weiß der Godaddy-OCSP-Server offenbar etwas mit diesem Zertifikat anzufangen und bestätigt es interessierten Browsern wie Opera.

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